Erst im Jahre 1997 wurde die Biene von Malta als eigenständige Rasse der Biene innerhalb der Westmediterranen Rassengruppe anerkannt und als Apis mellifera ruttneri bezeichnet. Obwohl ihren nächsten Verwandten, der Sicula von Sizilien, und der Intermissa vom afrikanischen Festland sehr ähnlich, so unterscheidet sich die Ruttneri in einigen Eigenschaften signifikant: die Maltabiene hat kürzere Beine und Flügel, auch sind die Flügel schmaler. Die Ruttneri hat ein noch breiteres Abdomen als Sicula, Intermissa oder Mellifera. Sie ist damit die "breiteste" aller Bienenrassen. Auch das Überhaar ist länger als das der Sicula und Intermissa. Somit ist, ähnlich wie bei der Sicula, auch auf Malta eine eigenständige Bienenrasse entstanden.
Das Klima auf Malta dürfte noch härter als auf Sizilien sein, denn die Regenmengen sind niedriger als hier und vergleichbar mit denen von Nordafrika. Hinzu kommt das rauhe "Inselklima", die spärliche Vegetation und der oftmals vorherrschende Wüstenwind, der von der Sahara herüberzieht. So verwundert es nicht, dass auch diese Biene eine typische, robuste Mittelmeerbiene darstellt, mit zwei Brutmaxima im Jahr, einer starken Schwarmneigung mit Hunderten von Weiselzellen, einer großen Abwehrbereitschaft gegenüber Wespen und der orientalischen Hornisse.
Mit der Ruttneri wurde ein weiteres Bindeglied innerhalb der Dunklen Westmediterranen Rassengruppe gefunden. Benannt wurde die Rasse nach Prof. Dr. Friedrich Ruttner, der mit seinen Arbeiten so viel zum Verständnis der Entstehung und Entdeckung der Rassen der Honigbiene beigetragen hat.
---