Leserbrief von Hans-Joachim Werner
Betr. Artikel: Welche Biene passt zu mir? in Die Biene 10/2007
Ich möchte der Auffassung von Herrn Binder-Köllhöfer bezüglich der
Dunklen einheimischen Biene aus eigener Erfahrung widersprechen.
Mit der Dunklen Biene ist gut zu arbeiten und zu wirtschaften. Dies
wissen offensichtlich viele Imker in unseren Nachbarländern Schweiz,
Frankreich, Belgien, Polen und Irland in denen die verschiedene Ökotypen
der Dunklen sehr geschätzt werden. Die Dunkle ist die Biene, die am
angepasstesten bezüglich der einheimischen Flora ist. Sie fliegt
nachweislich andere Blüten als die importierten Fremdbienen an und ist
daher auch vor dem Hintergrund der Bestäubungsleistung für unsere Region
sehr wichtig. Meine Dunklen Bienen haben keine erhöhten
Polleneinlagerungen. Ich kann selbst vor dem Flugloch hergehen, ohne
dass ich angegriffen werde. Eine Belästigung der Nachbarschaft ist daher
nicht gegeben. Einen im Vergleich zur Carnicabiene erhöhter Schwarmtrieb
kann von mir bei ihnen nicht festgestellt werden.
Die Dunklen fliegen allerdings auch schon bei niedrigeren Temperaturen,
wenn meine Buckfast- und Carnicabienen sich noch nicht aus dem Stock
trauen.
Es ist ärgerlich immer wieder derartig unqualifizierte Meinungen über die Dunkle Biene zu hören und es ist verantwortungslos sie unkommentiert zu kolportieren, erst recht in einem Beiblatt für Schulungen von Imkern, die vielleicht die Dunlke Biene nur vom Hörensagen kennen. Einige Imker haben mit einem derartigen Gerede unsere einheimische Bienrasse an den Rand des Aussterbens gebracht. Es ist eine Schande und ein Versäumnis der einheimischen Imker, dass es in Deutschland kein Schutzgebiet und keine Belegstelle für die Dunkle einheimische Biene gibt. Da die Populationsdichte derzeit nur gering ist, ist sie nur aus diesem Grunde Anfängern nicht zu empfehlen, damit die in Deutschland noch vorhandenen letzten Bestände dieser Biene geschützt und auch zukünftigen Imkergenerationen ihren wertvollen Nutzen bringen.
Hans-Joachim Werner
48231 Warendorf
Leserbrief über die Äußerungen des Herrn Bruno Binder-Köllhofer,
Bieneninstitut Kirchhain (früher: HESSISCHE LANDESANSTALT FÜR TIERZUCHT ABT. F. BIENENZUCHT),
in der Oktober-Ausgabe der Imkerzeitschrift die biene zur Dunklen Biene
Liebe Imkerfreunde,
es freut mich immer, wenn ich in den Deutschen Imkerfachzeitschriften von der Dunklen Biene (Mellifera) lese. Die letzten Äußerungen des Kollegen Binder-Köllhofer in der BIENE haben mich und sicherlich alle anderen Freunde der Dunklen Biene aber doch etwas verwundert. Wir fragen uns, warum die einzige in Mitteleuropa ursprünglich einheimische Biene der deutschen Imkerschaft in einem solch schlechten Licht dargestellt wird? Derart negative Beschreibungen wie "ungeahnte Aggressivität", "übelste Stecher", oder "extrem schwarmtriebig" können hier überhaupt nicht nachvollzogen werden.
Ich selber habe noch nie mit dem Imkerschleier gearbeitet und habe dies auch in Zukunft nicht vor! Auch stehen meine Mellifera-Völker im dichten Wohngebiet; Ärger hat es aber noch nie gegeben. Woher hat Herr Dr. Binder-Köllhofer seine Informationen? Es zeigt sich wieder einmal, dass man nicht über Bienen urteilen sollte, die man nicht kennt. Oder wurden die negativen Informationen etwa bewusst eingesetzt, um abzuschrecken? Das wäre schlimm! Mit freundlichen Grüßen
Kai-M. Engfer
---