Einfach Imker werden!

Artgerecht und ohne Aufwand Bienen halten


Bienenkorb

www.Top-Bar-Hive.de

Wabe eines TBH

Warré-Beute

Warré-Beute

Kieler Kastenstock

Kieler Kastenstock

Kieler Kastenstock

Kieler Kastenstock

Kieler Kastenstock

Einfach mit Bienen anfangen! Auf kostengünstige und ökologische Weise

Interessieren Sie sich für Bienen? Lieben Sie Honig? Sind Sie naturverbunden und haben Spaß an allem was kreucht und fleucht? Könnten Sie sich die Bienenhaltung als Hobby, Freizeitbeschäftigung, vorstellen, scheuen aber die hohen Investitionen und den Aufwand? Dann sollten Sie diese Seite aufmerksam verfolgen, denn wir wollen versuchen herauszufinden, wie einfach der Start mit Bienen sein kann. In Anbetracht der ständig sinkenden Zahl der Imker und Bienen wird es höchste Zeit, einen alternativen Weg in der Bienenhaltung zu finden.

Diese neue, wesensgemäße und einfache Form der Bienenhaltung soll nicht in Konkurrenz zur konventionellen Imkerei stehen, sondern sie soll andere Bevölkerungskreise ansprechen, die den großen Aufwand einer herkömmlichen Imkerei scheuen: Berufstätige mit Freude am Garten, an der Natur, Schüler und Studierende, Selbstversorger, Menschen mit Handicap, Bildungseinrichtungen, Arbeitslose, Träger von Fördermaßnahmen und beruflicher Weiterbildung, etc.

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Der konventionelle Weg einer Imkerei in Deutschland

Im Laufe der letzten Jahrhunderte hat sich in den "zivilisierten" Ländern der Welt eine Imkerei entwickelt, die in höchstem Maße technisch perfektioniert ist, allen fortschrittlichen Herausforderungen zu entsprechen scheint und zu maximalen Ergebnissen führen kann. Folgende Kernstücke bilden die Voraussetzung für diese weltweit verbreitete, moderne Form der Imkerei:
- Verwendung von normierten, industriell hergestellten Magazinbeuten aus Holz oder Polystyrol
- Verwendung von Zubehör, die diese Bienenwohnungen zwingend erfordern: exakt hergestellte Rähmchen, Mittelwände, Rähmchendraht, Utensilien zur Herrichtung derselben, Beutenzubehör, Schleudern aus Edelstahl, Entdecklungsmaschinen, Filter zur Honigsiebung, Futterzargen, Absperrgitter, verschiedene Brut- und Honigraumzargen, Wanderböden, Varroagitter etc. Die Liste ließe sich beliebig erweitern, schauen Sie einmal in einen Imkereibedarfkatalog
- Anwendung einer ausgeklügelten Betriebsweise, die auf die Beute und die Tracht basiert
- Betriebsführung nach betriebswirtschaftlichen Aspekten mit dem Ziel der Profitmaximierung
- Erschaffung und Erhaltung von Hochleistungsbienen unter Verwendung von Inzucht, künstlicher Besamung und isolierten Belegstellen
- Bereitstellung eines medikamentös unterstützten Pflegeaufwandes zur Erhaltung von Hochleistungsvölkern
- Manipulation der Völker nach dem Willen des Imkers; schwere biologische Fehler sind dabei die Regel

Dieser Weg erfordert sehr viel Zeit, finanzielle Mittel und ausreichende Räumlichkeiten zur Realisierung. Allerdings ist diese Form der Imkerei millionenfach erprobt, und wenn jemand sich im Klaren ist, zunächst viel Geld und Zeit zu investieren, ist es ein gangbarer Weg, um mit der Imkerei in Magazinbeuten zu beginnen.

Gute Tipps für Anfänger und Neuimker sowie für alle, die mit der Bienenhaltung auf konventionelle Weise liebäugeln, bietet die Seite www.neuimker.de. Hier wird in Kürze aufgezeigt, wie man schnell und zeitgemäß mit der Imkerei beginnen kann.

Dieser konventionelle, zeit- und kostenintensive Weg jedoch hat dazu geführt, dass die Imker und Bienen immer weniger werden. Ganze Landstriche sind schon bienenfrei!

Dies wollen wir ändern!

Ein alternativer Weg

Wir wollen einen alternativen Weg finden, um mit geringstem Aufwand und unter Berücksichtigung ökologischer und bienenbiologischer Belange zu imkern und somit als Ergänzung zum konventionellen Weg die Bienenhaltung für weitere Bevölkerungskreise wieder interessant zu machen.

Für alle, die sich für eine alternative, ökologisch ausgerichtete und artgerechte ("wesensgemäße") Form der Bienenhaltung interessieren, seien zwei Vereine genannt. www.de-immen.de für den Norddeutschen Raum und www.mellifera.de für Süddeutschland sind die Ansprechpartner für Alternativimker und alle, die es werden wollen. Fragen Sie dort nach Einstiegskursen!

Neue Formen der Bienenhaltung

Die Warré-Beute

Eine unter deutschen "Alternativimkern" schon recht bekannte Beute ist die sogenannte Warré-Beute, die aus dem französischen Sprachraum stammt. Hierbei handelt es sich um eine dem Magazin ähnliche Bienenwohnung, bestehend aus mehreren übereinander angeordneten Zargen, die aber keine Rähmchen sondern lediglich fest eingebaute Oberträger beinhalten, an denen die Bienen mehr oder weniger frei ihre Waben bauen. Da bekanntlich freigebaute Waben in der Regel nur seitlich, nicht aber unten festgebaut werden, sind die einzelnen Zargen der Warrébeute beweglich. Einzelne Waben dagegen sind nicht hantierbar. Wir haben es hier also mit einer Teilstabilbeute zu tun.

Deutsche Seite zu Emile Warré
Einzelteile der Warré-Beute

Die Bienenkiste

Die "Bienenkiste" des Entwicklers und Imkers Erhard Maria Klein aus Hamburg verfolgt ebenfalls das Ziel, mit einem Minimum an Kosten und Zeitaufwand Bienen halten zu können. Als Vorbild für diese horizontal ausgerichtete Bienenwohnung aus Holz diente der Krainer Bauernstock. Mit ca. 90 liter Rauminhalt ist jedoch die Bienekiste viel größer und erlaubt eine artgerechte Volksentwicklung. Die Behandlung des Volkes erfolgt von unten in angekippter Stellung; die Honigwaben sind an einzelnen, herausnehmbaren Leisten fixiert, so dass die Entnahme ohne Wabenschneiden und Wabenbruch erfolgen kann. Bewusst wird auf die Schwarmbetriebsweise gesetzt, die ja nach den Richtlinien der wesengemäßen Bienenhaltung dazu gehört. Die Beute ist im Selbstbau zu fertigen; sie wird aber auch industriell vorgefertigt angeboten. Mehr Informationen finden Sie auf der Homepage www.bienenkiste.de mit Hinweisen zur Bearbeitung, zum Selbstbau, Fragen und vielen Antworten. Auch eine Mediathek mit Videos zur Bienenkiste ist hier vorhanden.

Der Kenya Top Bar Hive KTBH

Eine weitere, jedoch völlig andere Richtung geht eine Erfindung, die eigentlich für Imker in Afrika gemacht wurde. Die englische Bezeichnung Top Bar Hive bedeutet auf deutsch Oberträgerbeute und erklärt schon die Funktionsweise dieser sehr einfach gehaltenen Bienenwohnung: wie beim Kieler oder Segeberger Begattungskästchen sind die beweglichen Waben an Oberträgern aus Holz fixiert. Analog zu den vorgenannten Begattungskästchen verlaufen die Seitenwände nicht senkrecht, sondern konisch nach unten. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass die Bienen die Waben an den Seitenwänden festbauen. Theoretisch funktioniert diese Überlegung auch. Leider neigen jedoch besonders starke Völker dazu, die Waben auch in diesen Beuten an den Seitenwänden festzubauen, insbesondere, wenn gute Nektartracht herrscht. Die volle Beweglichkeit der Waben ist daher schon eingeschränkt. Ein weiterer Nachteil ist die ständige Gefahr eines Wabenabrisses vom Oberträger. Diese Gefahr ist umso größer, je jünger und schwerer eine Wabe ist. Besonders behutsames Hantieren ist hier also sehr wichtig.

Informative Seite zum Top Bar Hive der LWG Bayern
Seite von Top-Bar-Hive-Imker Guido Frölich

Der Lüneburger Stülpkorb

Bei unserer Suche nach einer alternativen Bienenwohnung, die wenig Arbeit macht und wenig kostet, weil wir sie uns selbst anfertigen können, stoßen wir unweigerlich auf den alten, erprobten Lüneburger Strohstülper, kurz Lüneburger Stülper oder einfach Bienenkorb genannt. Er war bis zum Zweiten Weltkrieg in Norddeutschland die am häufigsten anzutreffende Bienenwohnung; die Betriebsweise der Heideimker der Lüneburger Heide ist heute allgemein bekannt. Dieser Bienenkorb war in verschiedenen Variationen über ganz Norddeutschland, England und Holland verbreitet, also in den angelsächsischen Ländern. Er bestand aus Roggenstroh, dass mit der Spiralwickeltechnik zu einem Zopf geflochten und schließlich zu der Korbform vernäht wurde. Das Flugloch befand sich typischerweise am oberen Rand, doch regional gab es auch unterschiedliche Abweichungen. In den letzten Jahren nimmt das Interesse an dieser Form der Bienenhaltung wieder zu; sie wird insbesondere von alternativ und heimatkundlich orientierten Imkerfreunden angepeilt. Dies zeigen unter anderem die immer häufiger angebotenen Flechtkurse zum Herstellen von Bienenkörben, die mehr und mehr frequentiert werden. Der Bienenkorb ist eine Stabilbaubeute, das heißt, die Waben sind nicht bewegbar. Dennoch verstand es der Heidjer sehr gut, die Völker mittels Fluglochbeobachtung und Inspektion der Waben von unten (stockwarme Waben lassen sich leicht blättern) zu verstehen. Für den Bienenkorb sprechen folgende Argumente hinsichtlich einer alternativen Imkerform: Natürliches Baumaterial, von jedem herzustellen, relativ naturnahe Bienenhaltung. Die Nachteile sind folgende: man benötigt einen regendichten Heidestand, das Korbvolumen (umgerechnet ca. 7 Normalmaßwaben) lässt die Entwicklung großer Völker nicht zu, und letztendlich propduziert man auf diese Weise Bienenschwärme und Schwarmbienen! Freunde der Korbimkerei finden in diesem speziellen Forum [bitte hier klicken] eine Plattform, um sich auszustauschen.

Seite über die Bienenhaltung in Strohkörben

Eigene Versuche

Die vorigen Abschnitte zeigen, dass die Imkerschaft sehr wohl bereit und auf der Suche nach einer alternativen Beute und Betriebsweise ist, um weitere, andere Bevölkerungskreise für die Bienenhaltung zu gewinnen. Es wurde jedoch auch deutlich, dass die optimale Bienenwohnung für diese Zwecke noch nicht gebaut wurde.

Der Kieler Kastenstock

Am 1. Mail 2009 wurde der erste Prototyp des Kieler Kastenstockes in Betrieb genommen. Da jedoch eine Bearbeitung dieser horizontalen Beutenform gerade für Neuimker mit einer gewissen Schwellenangst und Schwierigkeiten verbunden war, wird dieser Typ nicht weiter verfolgt.

Die Kieler Klotzbeute

Eine weitere zu erprobende alternative Bienenwohnung wird die Kieler Klotzbeute sein. Hierbei soll die in Mitteleuropa übliche vertikale (senkrechte) Form der natürlichen Bienenbehausung (s. hohle Bäume) berücksichtigt werden. Anlehnungen an die Magazinbeute werden erkennbar sein. Lassen Sie sich überraschen! Mehr hierzu in Kürze auf dieser Seite.

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