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18.03.2010
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Liebe Imkerfreunde der Dunklen Biene,

ich grüße Sie ganz herzlich zur März-Ausgabe unseres Rundbriefes. Heute am 18. März 2010 hatten wir hier in Kiel den ersten Reinigungsflug unserer Bienen. Das ist auch für norddeutsche Verhältnisse recht spät im Jahr. Seit Oktober waren die Bienen nicht mehr draußen; es ist schon ein Wunder der Natur, wie lange unsere Dunkle Biene ohne jeden Ausflug im Bienenstock aushält. Ich habe heute für Sie folgende Themen vorbereitet:  

Winterverluste 2009/2010
 
Wie bereits aufgrund der Varroasituation im letzten Jahr zu erwarten war, wird für dieses Frühjahr mit einem Völkerverlust von 25% gerechnet. Der extrem lange und kalte Winter hat die Lage noch verschärft. Das heißt, dass ca. 200.000 Bienenvölker dieses Jahr den Frühling nicht erleben werden.  Wieder einmal wird sich zeigen, dass die Winterverluste besonders hoch sind bei dem Imker, der über fremde, nicht angepasste Bienen verfügt. Über wenige bis gar keine Verluste kann sich aber der Imker freuen, der mit unserer einheimischen Dunklen Biene arbeitet. 

Schon hört bzw liest man Angebote, die diesjährigen Völkerverluste mit Kunstschwärmen aus Neuseeland, Italien oder Südfrankreich auszugleichen. Diese Kunstschwärme haben "Carnica-, Buckfast-, Ligustica- und Caucasica-Königinnen. Dies sind ausnahmslos nicht angepasste Fremdbienen und meines Achtens kein Weg aus der Krise. Sie können nur kurzfristig für Ersatz sorgen, aber im nächsten Winter zeigt sich dann das selbe Trauerspiel. Wäre es da nicht besser, von den verbliebenen 600.000 Völkern je ein Jungvolk zu bilden und auf diese Weise aus eigenen Kräften die Völkerzahl zu vermehren? Ich denke, dies sollte kein Problem darstellen. 

Bezugsquellen für Königinnen

Hinweisen möchte ich auf unsere stets aktualisierte Liste für Bezugsquellen von Mellifera-Königinnen. Ständig kommen neue Züchter hinzu, welch Freude. Hier geht es zur Liste: http://www.nordbiene.de/bezugsquellen-dunkle-biene.htm

Der Niedergang der Dunklen Biene

Die "Kärntner Biene" Carnica wurde mit dem Anschluss Österreichs an Nazi-Deutschland als allein zuchtwürdig auserkoren und seitdem "heim ins Reich" geholt. Ein Grund hierfür war, dass in Österreich von einigen Bienenzüchtern schon seit langem eine gewisse Linienzucht betrieben wurde, man denke nur an den "Stamm 47" von Guido Sklenar oder "Troisek" von Jakob Wrisnig. Die Carnica galt fortan als die Zuchtbiene für das deutsche Reich. Hauptverantwortlich für diese Entwicklung war Zuchtideologe und damaliges NSDAP-Mitglied ... Lesen Sie weiter auf http://www.nordbiene.de/niedergang-der-mellifera.htm 

DNA-Analysen für Dunkle Bienen

Die vorbildliche Arbeit der Schweizer Züchter auf dem Gebiet der Dunklen Biene hat dort zu der Möglichkeit geführt, Bienen im Zentrum für Bienenforschung einer genetischen Untersuchung zu unterziehen, um den Reinheitsgrad festzustellen. Alles, was einen Grad von über 95% aufweist, gilt als Reinzucht. So kommen nur solche Tiere zur Weiterzucht, die laut DNA-Untersuchung reinerbig sind. Daher wissen wir, dass es bei der Schweizer Mellifera um eine garantiert reine Dunkle Biene handelt. Lesen Sie in diesem Magazin den interssanten Artikel: http://www.mellifera.ch/attachments/File/Magazin/mellifera_ch_magazinApril09.pdf Bleibt zu hoffen, dass auch für alle anderen Länder Europas eine derartige Untersuchungsmöglichkeit für Dunkle Bienen eingerichtet werden kann.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Frühling und eine gute Auswinterung. Herzliche Grüße, 

Ihr
Kai-Michael Engfer
Rendsburger Landstr. 133
24113 Kiel
mailto:mail@nordbiene.de